Kategorien: ,

Stadtbildprägende Bauten – Alltagsarchitektur in Wiesbaden, Hrsg.: Georg Ebbing

48,00

200 x 275 mm, 544 Seiten, Hardcover, Leineneinband mit Prägung, Fadenheftung
ISBN 978-3-9823978-8-7

Lieferzeit: Standard, 2–3 Werktage

Beschreibung

­—Mit einem Fotoessay von Maximilian Meisse
Texte von Oliver Elser und Frank Witzel—

Ehrenrettung für eine geschmähte Architektur

Die Identität von Städten und dem damit verbundenen Stadtbild wird in einem erheblichen Maß durch eine Vielzahl vielfältiger Bauten mitbestimmt. Entweder sind es die repräsentativen, öffentlichkeitswirksamen Kultur- und Sakralbauten, oder die oftmals verwahrlosten, wenig belebten öffentlichen Räume, die die Auseinandersetzung mit dem Stadtbild bestimmen. Dabei wird häufig übersehen, dass es vor allem die große Masse der Alltagsarchitektur ist, die weite Teile unserer Stadtbilder bestimmen. Es sind die anonymen Büro- und Verwaltungsbauten, ebenso wie die unauffälligen Wohnhäuser, kleinen Kioske, Tankstellen, Parkhäuser, Schulen und Freizeitbauten, die auf den ersten Blick nichts Besonderes oder gar Poetisches offenbaren, die aber ganz wesentlich zu Charakter und Atmosphäre der Stadt und ihrem erlebbaren Stadtbild beitragen. 

Mit dem Projekt „Stadtbildprägende Bauten – Alltagsarchitektur in Wiesbaden“ geht nun der Blick in eine Stadt, die in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem mit den Bauten des Historismus in Verbindung gebracht wird. Ebenso wie die historistische Architektur in ihrem architektonischen Wert und ihrer Bedeutung für das Stadtbild viele Jahrzehnte nach ihrer Entstehung rehabilitiert wurde, so müssen auch weite Teile der Alltagsarchitektur unabhängig von Epochen und Stilzuschreibungen in ihrer architektonischen, städtebaulichen, vor allem aber gesellschaftlichen Bedeutung rehabilitiert werden.

Alltägliche öffentliche Räume, ein Fotoessay von Maximilian Meisse

Die Fotografien von Maximilian Meisse zeigen diese öffentlichen Räume und hinterfragen die stadträumlichen Phänomene, die sich in ihrer Mehrzahl auf die städtebaulichen Leitbilder des 20. Jahrhunderts zurückführen lassen. Die Schönheit seiner Bilder erzwingt unsere Aufmerksamkeit, die wir diesen Orten nur selten zukommen lassen. 

Fotografische Sammlung stadtbildprägender Alltagsarchitektur

In zehn Semestern zwischen Oktober 2020 und März 2025 haben sich über 300 Student*innen am Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen der Hochschule RheinMain im Seminar „Stadtbildprägende Bauten – Wiesbaden“ auf die Suche nach Alltagsarchitektur und unscheinbaren städtischen Orten gemacht. Entsprechend vielfältig sind die Standpunkte, Perspektiven, Sonnenstände und Jahreszeiten, die sich in den Aufnahmen widerspiegeln, bei denen es nicht um die besondere Perspektive, dramatische Effekte oder übertriebene Dramaturgien in der Bildkomposition ging. 

In den letzten fünf Jahren ist eine fotografische Sammlung entstanden, die den Blick einer Generation der 20 bis 30-jährigen auf ihre Umwelt widerspiegelt. Gerade sie werden es sein, die sich in Zukunft mit diesen Bauten vermehrt auseinandersetzen müssen. Dieser angesammelte Fundus ist nicht nur ein Dokument des Status quo der Jahre 2020 – 2025, sondern er kann vielleicht auch dazu beitragen, die Sinne für den gebauten Bestand zu schärfen, diesen wertzuschätzen und vor allem, diesen in einem ersten Schritt überhaupt erst einmal in seiner Vielfalt bewusst wahrzunehmen.